Damian Müller | Ständerat

Eröffnungsfeier ICT-Ausbildungszentrum Mattenhof

  • 08. Mai 2025
  • 3 min Lesezeit

Ich durfte an der Eröffnung des neuen ICT-Bildungszentrums Mattenhof teilnehmen – ein Ort, an dem Zukunft nicht nur gedacht, sondern gemacht wird. Es war mir eine grosse Freude, einige Gedanken zur Bedeutung unseres Bildungssystems mit den Gästen zu teilen. Denn dieses Thema bewegt mich nicht nur als Politiker, sondern ganz persönlich.

Ich bin im Seetal aufgewachsen, in einem Umfeld, wo Tüchtigkeit und Eigenverantwortung mehr zählten als akademische Titel. Nach der obligatorischen Schule habe ich mich für eine Berufslehre entschieden – kein einfacher Weg, aber ein prägender. Während andere an der Uni sassen, stand ich frühmorgens im Betrieb, absolvierte meine KV-Lehre und lernte, Verantwortung zu übernehmen. Für Projekte, für ein Team – und auch für Fehler.

Dieser Weg hat mich stark gemacht. Nicht ein Hochschulabschluss hat mich ins Bundeshaus gebracht, sondern das, was ich auf meinem Berufsweg gelernt habe: hinstehen, Entscheidungen treffen, dranbleiben.

Darum liegt mir das duale Bildungssystem so am Herzen. Es ist mehr als eine gute Idee – es ist gelebte Realität. Es gibt Chancen, unabhängig von Herkunft oder akademischem Status. Und genau das macht unser Land stark: Wir sind reich an Talenten, an Menschen, die anpacken, mitdenken und unsere Zukunft mitgestalten wollen.

Unser duales System verbindet Theorie und Praxis, Schule und Betrieb – und macht uns damit international wettbewerbsfähig. Andere Länder schauen mit Bewunderung auf unser Modell. Die Schweiz und die USA haben ihre Zusammenarbeit in der Berufsbildung erst kürzlich mit einem neuen Abkommen bekräftigt – ein starkes Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Aber: Dieses System funktioniert nur, wenn wir alle mittragen – Betriebe, Schulen, Politik und Gesellschaft. Eine Lehre ist kein Plan B, sondern ein selbstbewusster Plan A für junge Menschen, die früh Verantwortung übernehmen und gleichzeitig weiter lernen wollen.

Gerade in der ICT-Branche suchen wir keine reinen Technikerinnen oder Techniker. Wir brauchen kreative Köpfe, Teamplayer, Querdenker – Menschen mit Weitblick, die Innovationen auf den Weg bringen und unsere Unternehmen von morgen führen. Wer heute ausbildet, investiert nicht nur in den eigenen Betrieb, sondern in die Zukunft unserer ganzen Gesellschaft.

Als jemand, der vom Land kommt, weiss ich, wie wichtig es ist, dass auch junge Menschen aus ländlichen Regionen Chancen erhalten. Digitalisierung darf nicht an der Stadtgrenze enden – sie eröffnet gerade im ländlichen Raum neue Möglichkeiten. Mit dem Luzerner Bildungsfonds haben wir ein Instrument, um Talente gezielt zu fördern – nicht mit der Giesskanne, sondern mit Wirkung.

Doch Geld allein genügt nicht. Es braucht den Willen, gemeinsam zu gestalten statt nur zu verwalten. Und genau da kommt unser Milizgedanke ins Spiel: Wer ausbildet, gibt nicht nur Wissen weiter – sondern auch Haltung, Verantwortung und Führungsstärke. Das prägt nicht nur Lernende, sondern auch die Gesellschaft.

Was ich mitnehme:

  • Bildung und kluge Köpfe sind unser wichtigster Rohstoff.

  • Das duale Bildungssystem ist ein echter Wettbewerbsvorteil.

  • Unternehmerisches Engagement ist entscheidend.

  • Der Bildungsfonds Luzern wirkt – wenn wir ihn mutig einsetzen.

  • Und der Milizgedanke bleibt unser Kompass: lernen, lehren, wachsen – gemeinsam.

Ich bin überzeugt: Das neue ICT-Bildungszentrum Mattenhof eröffnet jungen Menschen Chancen. Und ich bin sicher, viele werden sie nutzen.