Bahnnetz Luzern SBB
Vernetzte Welt
  • 26. September 2016
  • 2 min Lesezeit
  • Interpellation

Fragen zur geplanten Schwächung des Bahnknoten Luzern

Wenn der Fahrplanentwurf 2017 der SBB so umgesetzt wird, wie er im Moment vorliegt, schwächt er den Bahnknoten Luzern erheblich. Der Luzerner Ständerat, Damian Müller, wehrt sich dagegen indem er auf Bundesebene mit einer Interpellation interveniert. Er will vom Bundesrat wissen, wie er zur geplanten Schwächung des sechstgrössten Bahnhofes der Schweiz steht und ob es rechtens ist, dass die SBB Luzern mit dem geplanten Fahrplanwechsel zu einer verkehrstechnischen Randregion degradiert.


Fünf direkte Morgenverbindungen von Luzern ins Tessin und der Direktanschluss von Luzern nach Mailand sollen gestrichen werden. Die SBB missachte damit die touristische, wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung von Luzern und der Region Vierwaldstättersee, wie Damian Müller in seiner Interpellation feststellt. In seinem Fragenkatalog an den Bundesrat macht Damian Müller darauf aufmerksam, dass die SBB im Zuge der NEAT-Eröffnung und des Gotthardbasistunnels zwar wiederholt die Verbesserung der Bahnanbindung von Luzern und der Region Vierwaldstättersee in den Süden versprochen hat, dass sie mit dem Fahrplanentwurf 2017 aber wortbrüchig wird.

Stärkung des Bahnknoten Luzerns gefordert

Wie die Direktverbindung Luzern – Mailand aufrechterhalten werden kann, will Damian Müller ganz konkret vom Bundesrat wissen. Zudem äussert er seine Besorgnis, dass Luzern mit der Schwächung des Bahnknotens an Attraktivität verliert und dass wegen der niedrigeren Frequentierung ein künftiger Ausbau des Bahnknotens Luzern in Gefahr ist. Damian Müller stellt in seiner Interpellation fest, dass Luzern in den letzten 20 Jahren bezüglich regionalem und nationalem Bahninfrastrukturausbau benachteiligt wurde und bezweckt mit seiner Interpellation, diese Entwicklung zu kehren. Mit seiner Interpellation fordert er vom Bund Unterstützung für die Stärkung des Bahnknotens Luzern. «Die breite Unterstützung der Unterzeichneten aus Uri, Schwyz, Zug, Basel-Land, Schaffhausen, Tessin sowie Ob- und Nidwalden zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.» sagt Damian Müller. Neben Müllers Luzerner Ratskollege Konrad Graber (CVP) haben unter anderem auch die Schwyzer Peter Föhn und Alex Kuprecht (SVP), der Nidwaldner Hans Wicki (FDP), der Urner Josef Dittli (FDP), die Tessiner Fabio Abate (FDP) und Filippo Lombardi (CVP) sowie die Zuger Joachim Eder (FDP) und Peter Hegglin (CVP) die Interpellation unterschrieben.

Bilanz

Die Gestaltung des Angebots im nationalen und internationalen Fernverkehr liegt in der Verantwortung der SBB, sofern die in der Fernverkehrskonzession definierten Minimalstandards eingehalten werden. Interessierte Kreise werden im Fahrplanverfahren angehört. Ein Verstoss der SBB gegen gesetzliche oder konzessionsrechtliche Vorschriften liegt nicht vor. Trotzdem hat ein runder Tisch mit Alt Bundesrätin Leuthard, SBB-CEO Meyer und mir stattgefunden. Nach intensiven Gesprächen und mehrmaligem nachhaken ist die Direktverbindung ins Tessin wieder gewährleistet. Vor allem das gute Zusammenspiel mit den Zentralschweizer Ständeräten hat wesentlich dazu beigetragen.