Damian Müller | Ständerat
Zuversicht
  • 04. Juni 2022
  • 3 min Lesezeit

Wir müssen mehr Interesse wecken

Als Verbandspräsident will ich den Pferdesport voranbringen. Bereits seit der Kindheit faszinieren mich Pferde. Mein Interview dazu im St. Galler Tagblatt.


Das Interview wurde geführt von Peter Wyrsch

Der neue Taktgeber im Schweizer Verband für Pferdesport (SVPS) will bewegen und scheut sich vor keinen Hindernissen. Seit der Luzerner Ständerat Damian Müller im November 2021 das Präsidium übernommen hat, geht etwas im Verband. Müller hat zahlreiche Projekte lanciert. Das Pferdewohl und die Weiterentwicklung im Spitzen- und Breitensport hat er sich zum Ziel gesetzt.

Was bedeuten Ihnen Pferde?

Damian Müller: Diese edlen Tiere faszinierten mich seit meiner Kindheit. Ich war stets an den Pony- und Pferderennen in Hitzkirch und wollte selbst reiten. Ich erwarb das Brevet, bestritt regionale Concours und wollte stets etwas bewegen. Als Speaker konnte ich schon in jungen Jahren sehr nahe am Reitsport sein. Ich war in Ascona, Zürich, Neuendorf, Schaffhausen, Aarberg und Amriswil am Mikrofon und übe einige Mandate meiner Leidenschaft weiter aus, sofern es mir meine Zeit erlaubt.

Nun stehen Sie einem der grössten Sportverbände im Land vor.

Der Sport hat in der Schweiz, auch in der Politik, eine grosse Bedeutung – auch der Pferdesport. Diesen wollen wir erhalten und weiterentwickeln, aber auch den Breitensport ausbauen. Die Pferdebranche in der Schweiz erwirtschaftet jährlich einen Gesamtumsatz von zwei Milliarden Franken. Daher müssen wir besser wahrgenommen werden. Es ist mein Bestreben, uns besser zu verkaufen und zu positionieren.

Wie wollen Sie dies schaffen?

Wir müssen noch mehr Interesse für unseren Sport wecken und Beziehungen pflegen. Wir müssen auch Aufklärung betreiben, was es heisst, mit einem Pferd zusammenzuarbeiten. Pferd und Mensch waren in unseren Breitengraden seit Jahrzehnten verbunden und sind weiterhin in der Landwirtschaftspolitik verankert. Interessant ist auch, dass 62 Prozent aller Pferdebesitzer über 40-jährig sind und 65 Prozent Frauen Eignerinnen sind.

Zuletzt geriet der Pferdesport an den Olympischen Spielen in Verruf. Von Tierquälerei war die Rede.

Tierquälerei gehört verurteilt und nicht zu unserem Sport. Grundsätzlich haben alle Reiterinnen und Reiter eine Leidenschaft für Pferde und stellen das Tierwohl über alles. Wie in jedem Bereich gibt es aber schwarze Schafe. Diese muss man zur Rechenschaft ziehen. Die Tierschutzvorschriften müssen auf allen Stufen beachtet werden. Wir haben Reglemente, die umgesetzt werden müssen. Ich bin für absolute Nulltoleranz.

Sie sprachen vom Projekt «SVPS 2030». Können Sie dies präzisieren?

Der Reitsport muss in der Sportlandschaft Schweiz eine wichtigere Position einnehmen. Das heisst Präsenz in nationalen und regionalen Gremien. Operativ habe ich klare Richtlinien entworfen. Stichworte sind Aus- und Weiterbildung, Raumplanung, Kommunikation, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Gesellschaft, Politik und eben Tierschutz. Hierfür gibt es eine Ethik-Charta.

Das benötigt auch finanzielle Mittel.

Es ist eine grosse Herausforderung, die aber über den Sport zu finanzieren ist. Ich bin beeindruckt, wie viel Herzblut Pferdebesitzer, Reiter, Pferdepfleger, Mäzene und Veranstalter in unseren Sport stecken. Das zeigt sich auch in St.Gallen eindrücklich. Es ist unsere Absicht, die Pferdefamilie noch enger zusammenzuschweissen und zu betreuen.