Damian Müller | Ständerat
Digitale Zukunft
  • 12. September 2022
  • 2 min Lesezeit

Digitalisierung vorantreiben, Qualität steigern und Kosten senken

Ich setze mich ein für ein qualitativ hochstehendes, modernes und kosteneffizientes Gesundheitssystem. Ein Schlüssel dazu heisst Digitalisierung.


Die Welt befindet sich seit nunmehr fast drei Jahren im Ausnahmezustand. Corona, der Krieg von Russland in der Ukraine, steigende Inflation oder drohende Energiekrise sind nur einige nationale und internationale Krisen.

Neben diesen globalen Herausforderungen gibt es aber auch hausgemachte Probleme – etwa die steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Nach einer Verlangsamung des Kostenwachstums aufgrund der epidemiologischen Massnahmen im Coronajahr 2020 betrug das Wachstum im Folgejahr über 5 Prozent – eine Trendwende ist nicht in Sicht. Dieses Jahr gehen die Prognosen von einer Prämiensteigerung von deutlich über 5 Prozent aus.

Bei aller Polemik, die diese Diskussion beherrscht, wird gerne vergessen, dass die Krankenkassenprämien einfach nur den verursachten Kosten folgen. Doch die kursierenden Schreckensszenarien führen zu Forderungen nach noch mehr Staat im Gesundheitswesen. Alle Erfahrungen zeigen jedoch, dass dies langfristig zu einem weit stärkeren Anstieg der Kosten führen würde. Es muss genau das Gegenteil passieren: Im Schweizer Gesundheitswesen brauchen wir mehr Wettbewerb und Qualitätsfokus. Nur wenn transparent ist, wohin die Gelder fliessen und warum sie fliessen, werden die richtigen Massnahmen eingeleitet.

Nach jahrelangem Hin und Her müssen wir endlich die ärgsten Fehlanreize im System ausmerzen. Die einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen darf nicht länger aufgeschoben werden. Wichtig ist auch die Stärkung der günstigeren ambulanten Praxismedizin und der integrierten Versorgung. Ein zentraler Pfeiler dafür ist ein ausgewogener und zeitgemässer ambulanter Arzttarif.

Vor allem aber müssen wir endlich die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben. Die «NZZ» konstatierte kürzlich hämisch: «Die Schweiz kann keine Digitalisierung.» Diesen Eindruck kann man im Hinblick auf die vielen Fax-Geräte in Bundesämtern und Arztpraxen während der Corona-Krise tatsächlich bekommen. Verbessert hat sich die Situation im Gesundheitswesen seither kaum. Dabei bietet die Digitalisierung zahlreiche Möglichkeiten, wie die Qualität der Leistungen gesteigert und die Kosten gesenkt werden können.