Damian Müller | Ständerat

EU – Globalisierung: Fluch oder Segen

  • 16. Oktober 2025
  • 2 min Lesezeit

Was heisst Globalisierung? Ist sie gut oder schlecht? Und was bedeutet es für unsere Beziehung zu Europa? Darüber habe ich referiert und anschliessend engagiert debattiert. Nachfolgend meine Gedanken dazu.

Globalisierung ist keine Mode, sondern Realität. Sie verbindet Produktionsketten, Märkte und Menschen – und macht uns zugleich verletzlicher. Wenn Lieferketten stocken oder Normen nicht mehr gelten, spüren wir das direkt in unseren Unternehmen und Haushalten.

Die Weltordnung verschiebt sich: China wird Technologie- und Rüstungsmacht, Indien wächst dynamisch, Russland führt Krieg in Europa, und die USA sind innenpolitisch gespalten. Energie, Rohstoffe und Daten werden zu Machtinstrumenten. Gerade für eine offene Volkswirtschaft wie die Schweiz bedeutet das: Wir müssen unsere Interessen aktiv gestalten, nicht abwarten.

Europa bleibt unser wichtigster Partner. Über die Hälfte unseres Aussenhandels läuft mit der EU, Forschung, Arbeitsmarkt und Standards sind eng verflochten. Ein starkes, handlungsfähiges Europa liegt im Interesse der Schweiz – politisch, wirtschaftlich und sicherheitspolitisch.

Unsere Aussenwirtschaft ruht auf drei Pfeilern: der WTO, den Freihandelsabkommen und den Bilateralen mit der EU. Sie sichern Marktzugang, Stabilität und Wohlstand. Diese Beziehungen weiterzuentwickeln heisst nicht, Souveränität aufzugeben – sondern sie zu sichern.

Offenheit mit klaren Regeln, Verantwortung bei Risiken und Eigenständigkeit durch verlässliche Partnerschaften: Das ist der liberale Kompass für die Schweiz. Wohlstand entsteht durch Arbeit, Innovation und verlässliche Rahmenbedingungen – nicht durch Abschottung.

Globalisierung ist, was wir daraus machen. Wenn wir mit Mut, Herz und Verstand handeln, bleibt sie ein Segen für unser Land.