FDP-Fachpool Landwirtschaft – TTIP auf Eis gelegt

Dieser Event fand am 22. November 2016 statt.

Zeit: 20 Uhr

Adresse: Landgasthof Kreuz, Rain

 

Die Luzerner FDP, Fachpool Landwirtschaft, organisierte unter der Leitung von Richard Brunner einen Infoabend über die anstehenden Freihandelsabkommen, so zwischen den USA und der EU (TTIP). Dazu referierten Beat Röösli vom Schweizer Bauernverband (SBV) und der Luzerner Ständerat Damian Müller. Röösli machte gleich zu Beginn klar: „Das TTIP ist trotz Erklärung von Trump nicht tot, sondern bloss auf Eis gelegt.“

 

Wichtige Handelspartner
Die EU mit 56 Prozent und die USA mit 13 Prozent seien unsere wichtigsten Handelspartner, deshalb sei es für die Schweiz von Bedeutung, was sich hier abspiele. Röösli verfolgt im Auftrag des SBV das Geschehen im internationalen Freihandel. Beim Freihandel gehe in der Regel um tarifären Angelegenheiten (Zölle und Kontingente) und um die nicht-tarifären Fragen wie Lebensmittelsicherheit, geografische Herkunftsangaben und Deklaration von Produktionsmethoden. Während bei Zöllen und Kontingenten meist rasch eine tragbare Lösung gefunden werde, lägen die Knacknüsse bei den Erwartungen betreff Standards, Deklaration und Kontrollen. „Da spielen die unterschiedlichen Auffassungen der Konsumenten in den USA oder in Europa eine wichtige Rolle“, gab Röösli zu bedenken. Während in Europa und besonders in der Schweiz Regionalität, Naturbelassenheit und Haltungsart wichtig seien, spiele dies bei den meisten Amerikanern keine Rolle. So beispielsweise beim Hormon-Einsatz in der Mast, Verfüttern von gentechnisch veränderten Pflanzen oder Desinfektion von Pouletfleisch mit Chlorwasser. 

 

Mehr liberales Gedankengut
Damian müller, im Parlament in mehreren einflussreichen Kommissionen tätig, wünscht sich mehr liberale Bauern in der Politik. Für ihn müsse die Landwirtschaft genügend Raum haben für eine nahhaltige Produktion. Er zeige sich fasziniert vom Unternehmergeist vieler junger Bauern. Dieser dürfe in einer multifunktionalen Landwirtschaft nicht durch Vorschriften und administrativen Aufwand allzu stark behindert werden. Dieses Ziel verfolgen Damian Müller und Beat Röösli, die sich künftig vermehrt konsultieren wollen. Müller versicherte, dass er auch in Bern ein offenes Ohr für die Anliegen der Landwirtschaft habe und zeigte sich dankbar für Anregungen liberal denkender Bauern.

 

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